Wie nur?

Jedes Jahr die gleiche Frage: Wo, wann verbringen wir bei wem die Weihnachtstage? Seine Familie? Meine Familie?

Die letzten Jahre (und da meine ich mehr als drei) habe ich immer zurück gesteckt und zugestimmt, dass wir Heilig Abend bei der Mama meines Mannes sind. Davor die Jahre (lang lang ist`s her) war das viel gerechter aufgeteilt: Ein Jahr waren wir Heilig Abend bei seiner Mama und am ersten Feiertag bei meinen Eltern und das nächste Jahr waren wir Heilig Abend bei meiner Familie und am ersten Feiertag bei der Mama meines Mannes. DAS war gerecht und keiner konnte sich beschweren.

Dieses Jahr möchte ich, dass wir mal wieder an Heilig Abend bei meiner Familie sind! Ich möchte, dass wir zum Mittag schon hinfahren! Und ich möchte, dass wir da schlafen! Ich frage mich nur: Wie nur, soll ich das meinem Mann sagen? Das sagen an sich ist vielleicht nicht so schwer, dass sich durchsetzen schon eher.

Neulich war ja meine Familie hier bei uns, da kam natürlich die Sprache auch auf Weihnachten. Meiner Familie habe ich auch gesagt, was ICH möchte… als mein Mann dann von der Arbeit kam und ich ihm nur gesagt habe, dass ich dafür bin, Heilig Abend in Neuruppin zu sein, da blockte er schon ab und meinte, er hätte “Bereitschaft”. Wie jetzt? Seit wann hat man denn als Handwerker Bereitschaft? Wie sich herausstellte hat er das wohl jedes zweite Jahr (Wieso weiß ich nichts davon?), es wurde nur nie in Anspruch genommen…

Ich bin so traurig! Früher erfüllte mein Mann mir jeden Wunsch und das meist noch bevor ich ihn ausgesprochen hatte, ja manchmal sogar schon, bevor ich überhaupt WUSSTE, dass ich einen Wunsch hatte… Und jetzt? Kaum kommt die Sprache auf meine Familie ist er total “anti” eingestellt. Ja, ich geb`s zu: meine Familie ist nicht immer einfach (welche Familie ist das schon?) und manchmal machen sie mich auch traurig, aber es ist immer noch meine Familie und sie ist mir wichtig! Wie nur, mache ich das meinem Mann begreiflich?

Wer meinen Blog liest, weiß auch, dass die Oma meines Mannes dieses Jahr gestorben ist. Das ist total traurig und natürlich ist das für seine Mama (die Tochter seiner Oma) sehr schwer, besonders an den Feiertagen…. Nur: MEIN Opa, der 10 Jahre älter ist, als es seine Oma war, LEBT!!! Er ist natürlich nicht mehr so fit, uns ständig besuchen zu können und er hat mir schon mehrmals gesagt, dass er es traurig findet, unser Baby so selten zu sehen. (Er kommt auch mit meiner Familie nicht mit, wenn sie uns besuchen, weil er es nicht mehr drei Etagen hoch schafft). Und das ist GENAU der Grund, weshalb ich Heilig Abend nach Neuruppin möchte, dort bereits zum Mittag da sein möchte und auch dort schlafen möchte!!! Ich weiß einfach nicht, wieviel Zeit ihm und uns gemeinsam noch bleibt! Wie nur, mache ich das meinem Mann verständlich?

Natürlich haben wir schon mal darüber gesprochen… Er meinte, ich hätte Recht, wir wären schon ewig nicht mehr Heilig Abend bei meiner Familie gewesen. Aber er würde das keinesfalls schon zur Mittagszeit hinfahren und bestimmt würde er auch nicht da schlafen (Was soll ich dazu sagen? Es macht mich so unendlich traurig!!!). Seine Begründung war eher eine Frage, nämlich, ob wir dann erst am 2. Feiertag zu seiner Mama gehen sollten. (Ja, klar wird es stressig, wenn wir da schlafen, nach dem Frühstück zurück fahren und nachmittags auch noch zu seiner Mama gehen, aber es ist machbar!)Außerdem meinte er, meine Familie sollte doch auch mal bedenken, dass seine Oma gestorben ist. Da habe ich zu ihm nur gesagt: “Ja, aber mein Opa lebt!” Gedacht habe ich: “Wer weiß wie lange noch? Ich hab solche Angst!” Da ich aber schon wieder Tränen in den Augen hatte (übrigens genau wie jetzt), habe ich nichts weiter gesagt… Sollte man die Zeit nicht viel besser mit den Lebenden verbringen???

Wenn ich nur wüsste: Wie nur, ich meinem Mann begreiflich machen kann, wie wichtig das für mich und auch für meinen Opa ist?!?

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