Von lieben Worten und “Hausdrachen”

Heute war meine Familie bei uns zu Besuch (meine Mama, mein Papa2, meine Schwester, mein Neffe und mein Bruder). Wir wollten essen gehen, um den neuen Job meines Bruders zu “feiern”. Aber der hatte sich ja inzwischen zerschlagen, weil man ihm beim Vorstellungsgespräch leere Versprechungen und falsche Angaben gemacht hatte. Was meine Familie aber noch nicht wusste, war, dass ICH seit Montag einen neuen Job habe… Das war doch DIE Gelegenheit es ihnen zu erzählen… Wir haben zuerst einen langen Spaziergang gemacht, da meine Mama noch auf den Markt wollte, dann sind wir im Split essen (das Restaurant kennt mein Mann schon von klein auf (und die Inhaber ihn somit auch) und meine Familie hat er damit angesteckt) gegangen. Anschließend sind meine Eltern samt meinem Mann zu uns nach Hause gegangen, meine Schwester und ich sind samt unseren Kindern und unserem Bruder noch eine große Runde gegangen, damit die Kleinen noch eine Runde schlafen. (Und mein Bruder muss will immer in die Elektroläden, wenn er in Berlin ist). Unterwegs habe ich ein richtig gutes Gespräch mit meiner Schwester geführt. Dabei ist raus gekommen, dass dieser ganze blöde Wettbewerb “Mein Kind kann das schon! Warum deins noch nicht?” und “Das musst du so uns so machen” gar nicht von ihr ausgeht, sondern einzig und allein von unserer Mama. Da ist mir erst mal ein Stein vom Herzen gefallen und vor Rührung weinen musste ich dann als sie sagte: “Du machst alles richtig! Dein Kind ist perfekt, so wie es ist!” Und ein bisschen geschämt habe ich mich natürlich auch; wie konnte ich nur denken, dass SIE so wettbewerbsorientiert ist? Süße, falls du das jemals lesen solltest, schreibe ich hier noch mal, was ich da schon sagte: “BITTE ENTSCHULDIGE!!!! ES TUT MIR AUFRICHTIG LEID, DASS ICH SO VON DIR DACHTE!”

Nach der großen Runde sind wir dann auch zu uns nach Hause gegangen, damit die Kleinen noch etwas spielen können. Oma und Opa hatten der Prinzessin ein Papphaus mitgebracht, welches jetzt aufgebaut wurde.

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Mitten im schönsten Aufbauen klingelte es an der Wohnungstür…Vor der Tür stand die Nachbarin, die unter uns wohnt. Sie beschwerte sich über den Krach, den unser Kind angeblich die ganz Zeit machen würde. Äh, wie jetzt? Ich bin doch gerade erst mit der Kleinen nach Hause gekommen! Sie meinte, sie könnte nicht in Ruhe in ihren Sessel sitzen, weil es ständig poltern und krachen würde. Also erstens: Wer bitte poltert denn hier??? Und zweitens: Es war 15.30 Uhr – wer rechnet denn da mit absoluter Ruhe??? Und dann hatte sie auch noch die Frechheit zu sagen, das würde ständig so gehen “Morgens, Mittags, Abends” Es würde “um 06.00 Uhr schon losgehen und bis nach 20.00 Uhr” anhalten. (???) Diese Aussage entbehrt ja nun wirklich JEGLICHER Logik! Unser Kind schläft um 06.00 Uhr NOCH, um 20.00 Uhr SCHON und Mittags ist keiner bei uns in der Wohnung; mein Mann und ich sind arbeiten und die Kleine ist tagsüber in der KiTa. Ich frage mich wirklich, wer da dann in unserer Wohnung “poltert”???  Mein Mann hat sie darauf hingewiesen, dass der Krach sicher nicht aus unserer Wohnung kommt (Die Wände zum Nachbarhaus sind so dünn, dass wir uns auch schon oft über Krach geärgert haben und dass die unter uns keine Türklinken und außer schreien keine anderen Kommunikationsmöglichkeiten kennen, davon will ich mal gar nicht erst anfangen.) und sie ist wieder runter gegangen.

Ca. 20 Minuten später klingelte es wieder und sie stand noch mal (dieses Mal gemeinsam mit ihrer Tochter) vor der Tür, um sich über den anhaltenden Lärm aus unserer Wohnung zu beschweren. Mein Mann hat zu ihr gesagt, sie könne gerne die Polizei rufen, wenn sie der Meinung ist, dass wir zu laut sind. Meine Mama war kurz vor dem Explodieren (auf ihre Familie lässt sie ja nichts kommen – wie Mamas halt so sind). Mein Mann, der die Diskussion daraufhin für beendet und die Nachbarin für viel zu aggressiv hielt, wollte die Tür zu machen, da stellte sie ihren Fuß dazwischen  und wollte die Tür aufhalten. Mein Mann sagte, das geht so nicht und sie sollte ihren Fuß da weg nehmen… Meine Mama meinte, das wär ja schon Hausfriedensbruch und das nur wegen spielender Kinder. Da brüllte plötzlich alles durcheinander. Die Nachbarin brüllte, sie wolle jetzt SOFORT ihre Ruhe haben und nicht die Polizei rufen. Ihre Tochter brüllte, wir wären ein “asoziales Pack” und schrie meine Mama an, sie solle sich da raus halten, sie würde schließlich nicht hier wohnen, woraufhin diese zurück schrie, sie könne sich da aber nicht raushalten, schließlich ginge es um ihre Familie. Die Prinzessin war jetzt total verängstigt, flüchtete auf meinen Schoß und kuschelte sich ganz verängstigt an mich. Diesen Ausdruck in ihren Augen möchte ich nie wieder sehen! (Auch Tage später zuckte sie noch zusammen, wenn es an der Wohnungstür klingelte)

6 Gedanken zu „Von lieben Worten und “Hausdrachen”

  1. Leider komme ich zur Zeit nicht so zum lesen wie gewollt und bin gerade sehr erleichtert als ich das Datum sehe , ich hoffe die Nachbarin ist mittlerweile ruhig ❤

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