Krankenhausaufenthalt, die dritte…

09.30 Uhr – Ich bin da, ziehe wieder eine Nummer und setze mich hin… na, das Spiel kennen wir ja inzwischen… Die Anzeige springt gerade von 340 zu 341. Meine gezogene Nummer ist die 360… das kann also dauern…. Ich habe mich kaum hingesetzt, da zeigt die Anzeige 342 und um 09.35 Uhr sogar schon 343.

Na toll! Da sitzt e wieder, der Typ, der mich hier am Donnerstag einfach hat stehen lassen – hoffentlich komme ich nicht zu ihm!

Und na klar, als ich den Platz gewechselt habe, weil es da vorne zieht, sehe ich, dass der anderen Ar… auch wieder da ist, der beim letzten Mal so unwirsch mit mir umgegangen ist. Ich möcht bitte zu einer Frau!!! Bin gespannt, ob die freundlicher sind!!?

09.40 Uhr – 344 – nicht da…. 345… 09.45 Uhr – 346… 09.50 Uhr – 347 – nur nicht zu früh freuen… 348, 349… 09.50 Uhr – 350 – noch 10…. 4 oder 5 Plätze sind belegt… 10.00 Uhr – ich sollte jetzt da sein… wir sind jetzt bei 352… 10.05 Uhr – 353… 10.08 Uhr – 354…

Eine der Frauen legt Verträge über die stationäre Behandlungen aus… Ich nehme mir einen und fülle ihn aus. Die Frage, ob man mich obduzieren darf, lasse ich wieder aus. Ich habe nicht vor, hier zu sterben!!!

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Während des Ausfüllens geht die Anzeige: 355, 356, 357, 358… inzwischen ist es 10.20 Uhr – noch 1 Nummer, dann bin ich dran…. eine der Frauen ist frei – bitte, bitte, lasst mich zu ihr… bitte, bitte zu einer Frau… bitte, bitte

10.25 Uhr – ich bin dran… meine Bitte wurde erhört, ich darf zu der Frau… aber viel freundlicher als die Herren hier, ist sie auch nicht… Sie fragt, welche Station. Dann will sie den Vertrag und stolpert über Frage 2, weil ich die nicht angekreuzt habe. Sie fragt, ob das Absicht ist. Ich sage ja, denn ich habe nicht vor, hier zu sterben. Sie meint, dass möchte ja keiner… Ich sage ihr, ich möchte, dass da nichts angekreuzt wird. Sie fragt, ob sie dann gleich “Nein” ankreuzen soll. Rede ich so undeutlich? Ich möchte, dass diese Frage frei bleibt und da weder “ja” noch “nein” angekreuzt wird. Das sage ich ihr auch. Zufrieden damit ist sie zwar nicht, aber sie lässt mir schließlich meinen Willen. Sie gibt noch was in den PC ein, fragt, ob ich eine Kopie haben möchte, fragt nach der Kostenübernahme der Krankenkasse, füllt noch ein Formular aus und entlässt mich dann schließlich auf die Station. Als ich fertig bin, ist es 10.35 Uhr und die Anzeige zeigt Nummer 363 an… Ich fahre hoch auf die Station…

10.40 Uhr – ich bin auf der Station und werde erst mal gebeten, Platz zu nehmen… also wieder warten… 10.55 Uhr – eine Schwester sagt, sie kümmert sich gleich um mich… ich warte weiter… in dem Zimmer hinter mir, wird gerade die Essenabfrage gemacht… Plötzlich höre ich: “Kuchen oder Obstteller?” Na, da muss es sich wohl um einen privilegierten Patienten handeln, solche Fragen werden den “normalen” Patienten jedenfalls nicht gestellt. 11.00 Uhr – der Hubschrauber landet – ein Geräusch, dass man nicht wirklich vermisst hat.

Eine andere Schwester kommt und nimmt mich und meine Formulare mit. Als sie alles eingetragen hat, meint sie, sie hofft, dass ich nicht abergläubisch bin, denn ich komme in Zimmer 13. Na, das Zimmer kenne ich ja schon von meinem ersten Aufenthalt hier. Ich bekomme das Mittelbett. Die anderen beiden Betten sind dieses Mal auch von jüngeren Frauen belegt (sonst ist ja hier fast alles 70+), wir verstehen uns auf Anhieb gut. Die eine ist ein (wie ich es nenne) “Bürokratiepatient”, sie ist hier, weil sie eine Spritze ins oder für das Auge bekommen soll, welche die Krankenkasse aber nur zahlt, wenn sie zwei Nächte im Krankenhaus bleibt. Und die andere Frau ist wegen einer “Schiel-OP” hier, wie sie es nennt. Sie klagt über Hunger, weil sie schon seit 18.00 Uhr am Vortag nichts mehr gegessen hat. Und dann hat sie heute morgen um 09.00 Uhr wohl schon einen Anpfiff von der Schwester bekommen, warum sie ihr OP-Hemd noch nicht an hat. Inzwischen meint die Schwester, der OP-Plan wurde umgedreht und es sei nicht sicher, wann sie denn nun ran kommen würde…

Da ich erst um 17.00 Uhr auf dem Plan stehe, was mir gerade auch noch mal bestätigt wurde und ich warten nicht mag, hatte ich ja in weiser Voraussicht meinen Laptop mitgenommen. Aber viel tippe ich nicht… die Frau mit der Essensabfrage kommt… hier gibt es ja ohnehin immer das Gleiche… ich habe auch nicht vor am Mittwoch zum Mittag noch her zu sein, aber sie nimmt es trotzdem mit auf.

11.45 Uhr – ich bekomme 2x Tropfen, um die Pupille weit zu tropfen und es heißt, die Oberärztin wäre auch gleich da. Also stelle ich den Laptop in den Schrank (den hätte ich also auch gleich zu Hause lassen können)

15.00 Uhr – Ich habe noch immer keine Oberärztin gesehen… Die Frau am Fenster ist inzwischen seit einer Weile im OP…

16.00 Uhr – Ein Pfleger kommt mit Betäubungstropfen für mein Auge… der Hubschrauber landet mal wieder vor unserem Fenster und der Pfleger geht erst Mal hin und schaut… Na, er kann hier noch nicht allzu lange arbeiten!

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Unsere Mitpatientin ist inzwischen wieder auf dem Zimmer und klagt über Schmerzen (wegen der Nähte – na die kann ich nachfühlen, ich sag immer, es fühlt sich an wie “Stacheldraht im Auge” (okay ist übertrieben)) und über Hunger. Die Schwester sagt, sie dürfte jetzt zwar was essen, aber sie bekommt erst was zum Abendbrot…

Kurz vor 17.00 Uhr kommt der Pfleger mit der LMA-Tablette, wie sie alle nennen. Ich nehme sie, gehe auf Toilette, ziehe mein OP-Kleidchen an, verstaue meine Habseligkeiten im Schrank, gebe meinen Schlüssel ab und lege mich schließlich in mein Bett… Schwester Nathalie kommt, sagt, sie müsse sich ja um die zukünftige Schwiegermutter ihres Sohnes kümmern (meine Mitpatientinnen dazu: “Ach, deshalb bist du so oft hier” – ich: “Mist, durchschaut! 😉 “) “schimpft”, weil ich alles nach Einnahme der Tablette gemacht habe, sie sagt “Das möchte ich nicht noch mal sehen!” Aber die wirkt doch bei mir sowieso nicht… und dann fährt sie mich hoch zu den Narkoseärzten…

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