Von Verschwörungen und Blutlachen

!Achtung, es könnte etwas “eklig” werden bzw. nichts für Zartbesaitete!

Die ganze Nacht hatte ich mich ja schon darüber gewundert, warum ich keinen Verband auf dem Auge hatte. Da war nur dieses komische Plasteteil drüber, was jedes Mal abgefallen ist… so natürlich auch dieses Mal. Am Morgen fragte auch die Schwester, warum ich keinen Verband umhabe und da haben meine Zimmergenossinnen/Mitpatientinnen auch ihr erzählt, was sie mir schon eine Weile vorher erzählt haben, ich aber nicht glauben wollte/konnte: dass gestern Abend um 22.00 Uhr der Pfleger noch mal da war und mich aus dem Bett geholt hat bzw. es versucht hat. Er soll mich wohl mehrfach angesprochen haben, dass ich aufstehen soll, aber als es dann beim dritten Mal immer noch nicht geklappt hat, soll er mir die Beine aus dem Bett geschwungen und mich hingesetzt haben und dann soll er mit mir über den Flur gegangen sein, um den Augendruck messen zu lassen… Ich habe gar nichts davon mitbekommen – das kann doch nicht sein!!! Und da ich das nicht glauben kann, denke ich, dass meine beiden Zimmergenossinnen sich diese “Verschwörung” gestern beim Abendbrot ausgedacht haben, als ich im OP war… Ich habe das auch der Schwester erzählt, dass ich mich daran nicht erinnern kann und sie fragte, ob ich so was öfter habe – natürlich nicht; daher kann ich es ja auch nicht glauben. Und ich glaube es immer noch nicht (der Pfleger meinte später, er hätte noch einen Anpfiff bekommen, dass er mich hat ohne Verband schlafen lassen)

Heute morgen war mir so kalt, dass ich eine Sweatjacke überziehen wollte… Leider steckte die Kanüle noch in meiner Hand, das klappte also nicht so richtig. Ich habe die Jacke wieder ausgezogen und nur einen Arm hineingesteckt; das war aber auch nicht das Wahre. Also habe ich eine meiner Zimmerkolleginnen gefragt, ob sie mir helfen würde. Sie hat ach sofort ja gesagt. Also haben wir es mit vereinten Kräften versucht. Den Bund der Jacke hochgekrempelt ud versucht, die Hand dort durch zu bekommen. Das ging alles nicht so gut; schließlich habe ich das letzte Stück noch mal allein versucht und es kam, wie es kommen musste: Ich habe mir dabei die Kanüle aus der Hand gezogen… schon allein der Anblick, wie der Schlauch da im Handrücken steckt – ihhh… und plötzlich tropfte das ganze Blut wie aus dem Wasserhahn: über meine Hand, auf den Boden, auf meine Mitpatientin, auf ihr Bett… ich bin zum Waschbecken gegangen und habe die Hand erst mal drüber gehalten, damit ich nicht noch mehr Schweinereien hinterlasse. Meine Mitpatientin war so lieb, nach der Schwester zu klingeln; die auch gleich kam und mir erst mal einen Druckverband anlegte…

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Danach sah ich die Schweinerei erst richtig – in dem Bett konnte meine Zimmergenossin doch nicht mehr schlafen, da war ja alles voll mit meinem Blut, der Papierkorb unter dem Waschbecken sah aus, als hätten wir hier gerade ein Schwein geschlachtet und der Boden erst… ich habe mich erst mal dran gemacht, den Boden und das Waschbecken sauber zu machen, die Schwester hat dann den Papierkorb entleert und das Bett meiner Mitpatientin neu bezogen… Jetzt hatten wir was zu erzählen und das alles noch vor dem Frühstück….

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2 Gedanken zu „Von Verschwörungen und Blutlachen

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