Und das, wo Geduld nicht gerade meine Stärke ist…

Heute war es wieder so weit: der nächste Kontrolltermin in der Augenambulanz des Benjamin Franklin Klinikums stand an. Um 08.45 Uhr war mein Termin…

08.20 Uhr – Ich bin mal wieder da – im Warteraum, die angezeigte Zahl ist heute “17” und meine gezogene Nummer lautet heute “23”. Ich gehe auf Toilette und als ich wieder komme, zeigt die Tafel bereits “18” an – ich bin gespannt, wie lange, es heute dauern wird… 08.30 Uhr – Nr. 19, 08.35 Uhr – Nr. 20 – wird wohl nichts mit pünktlich heute… 08.45 Uhr – Nr. 21 – und schon bin ich zu spät, obwohl ich immer noch nicht verstanden habe, ob der jeweilige Termin sich auf`s Dasein, auf die Anmeldung oder auf das Zusammentreffen mit dem Arzt bezieht – letzteres ist wohl eher unwahrscheinlich… 08.47 Uhr – Nr. 22…

09.25 Uhr – also fast eine Stunde nach der letzten Nummer zeigt die Anzeige auch endlich Nr. 23 (“meine Nr”) an. Ich gehe in Zimmer 1, werde nach meinem Namen gefragt, sage ihn und “darf” auf dem (mal wieder überfüllten) Warteflur “vor Zimmer 3” Platz nehmen.

09.38 Uhr – Ich werde aufgerufen – von einer Ärztin oder Orthoptistin in Raum Nr. 4… Was denn kein Sehtest, kein Gesichtsfeld, kein Augendruckmessen von einer Schwester heute? Ich darf schon gleich ins Behandlungszimmer? Die Frau stellt sich vor, ich sehe mir auch ihr Namensschild an, kann mir den Namen aber nicht merken. Ich setze mich, Dr. Rehak schaut um die Ecke, sagt “Hallo” und entschwindet wieder. Die Frau macht einen Sehtest mit mir, ich kann noch immer kaum was sehen (na, das hätte ich ihr auch ohne Sehtest sagen können). Jetzt möchte sie die Augen kontrollieren. Ich sage ihr, dass ich auch noch nicht weitgetropft wurde, also macht sie das mal eben, auch in das Auge mit der Kontaktlinse (dieses Mal habe ich schon VOR dem Sehtest gesagt, dass ich im linken Auge eine Kontaktlinse habe). Dann schaut sie nach und meint, so weit wäre alles unverändert. (Hm; war das jetzt gut oder schlecht?) Aber Dr. Rehak soll sich das noch mal ansehen. Sie will gerade losgehen, um ihn zu holen, da frage ich sie, was denn mit dem Faden ist. Ich sage ihr, dass meine Augenärztin ständig sagt, da wäre noch ein Faden in der Hornhaut und der müsse dringend gezogen werden und frage nach, denn sonst haben die sich doch von alleine aufgelöst. Also schaut sie noch mal nach und sagt: “Ja, stimmt, das sieht auch nicht aus, wie ein resorbierbarer Faden” (ich frage nach, sie meint, der würde sich nicht selbst auflösen). Sie geht wieder los, um Dr. Rehak zu holen, komm ohne ihn wieder und meint, er wäre gerade zur Tür raus. (Na toll, das hatte ich nun davon, dass ich nachgefragt hatte. Er hatte einen OP-Kittel an; wenn er jetzt zur OP musste, dann hieß das für mich 1,5 – 2,0 Stunden warten.) Ich gehe dann mal auf den Flur – warten…

Heute habe ich ein Buch dabei. “Die Mütter-Mafia” von Kerstin Gier und es liest sich super. Also hole ich es wieder raus und will weiter lesen…. Tja, denkst`e Puppe! Dadurch, dass mir gerade die Augen weit getropft wurden, sehe ich alles an Buchstaben nur noch verschwommen. Lesen? Jetzt unmöglich! *Grmpf!* Ich habe heute keine weitere Beschäftigung eingepackt, mal sehen, wie lange mir die Wartezeit jetzt wird…

09.58 Uhr – ich werde aufgerufen. Oh, schon? Das ist ja toll! Dann hieß es ja doch nicht, so lange warten. *freu*. Jetzt ist auch der Chefarzt da und nachdem er mich fragt, wie es mir geht , meint er, er würde ja schon so sehen, dass das Auge noch immer rot und das Lid noch immer geschwollen ist.  Was sollte das denn jetzt wieder bedeuten? Er schaut sich das Auge an, meint, die Netzhaut würde super unter Öl anliegen und ohne Öl hätten “wir” das auch nie so gut hinbekommen. Jetzt ist es aber noch immer rot und leicht geschwollen und wir müssen abwarten. “Die Zeit arbeitet für uns!” Ich möchte wissen, was das heißt. Er sagt, voraussichtlich warten “wir” noch ein halbes Jahr, ohne zu operieren. Wenn “wir” zu früh das Öl rausholen, kann es sein, dass es wieder schief geht. (na, das will ich nun wirklich nicht!!!) Für mich heißt das, ein weiteres halbes Jahr werde ich auf dem rechten Auge kaum was sehen können. Er meint, ich könne mir ja eine billige Brille anschaffen, mit den Gläsern in der richtigen Stärke oder aber Kontaktlinsen für das rechte Auge. Auch wenn ich kaum was sehen könnte, wären 5% doch immerhin besser als nichts. Hm, ich würde dann zwar statt unscharf scharf nichts sehen, aber ich würde noch immer nichts sehen, also weiß ich nicht, ob das was bringt….  Die Frau war kurz gegangen und kommt jetzt mit einem Schälchen wieder. Der Chefarzt: “Ah, deshalb sind Sie rausgegangen! Ich wusste, da war noch was, aber nicht mehr genau was! In meinem Alter ist das so eine Sache mit dem Gedächtnis!” Ich: “Na, toll, Herr Dr. Rehak; machen Sie mir Mut für die nächste OP!” Er betäubt mein Auge mit Tropfen, zwei mal, nimmt eine Pinzette (Vorher hatte er schon zu mir gesagt, dass “wir” den Faden jetzt mal schnell rausholen. Da ist mir ja schon wieder ganz anders geworden: Wie? Was? Jetzt, hier? Während ich wach war und das mitbekam?), sagt ich solle nach unten schauen und zieht erst mit einer Pinzette und dann noch mal mit einer anderen den Faden. Ich merke kaum was, es ist nur für eine Millisekunde so, als würde eine Wimper ins Auge pieken und das zweimal. Dann ist der Spuk vorbei. Er gibt mir Salbe ins Auge und mir die Tube mit, schreibt mir Tropfen auf, sagt wir sehen uns im Januar und um 10.15 Uhr stehe ich wieder auf dem Flur.

Ich dachte wirklich, ich könne die Sache noch dieses Jahr abschließen, endlich einen Schlussstrich drunter ziehen und endlich wieder sehen; aber nein: Der nächste Termin zur Kontrolle ist erst am 06.01.2016 um 09.00 Uhr und die OP erst in ca. einem halben Jahr und “das mir”, wo Geduld nicht gerade meine Stärke ist…

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5 Gedanken zu „Und das, wo Geduld nicht gerade meine Stärke ist…

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