Gleich zwei auf einen Streich?

Habe ich mich gestern noch darüber beschwert, wie fix und alle ich bin, bin ich heute doch froh, nicht in der Haut meines Mannes zu stecken. Erst schleppte er sich (wieder mal) krank zur Arbeit, um dann am Ende des Arbeitstages mal wieder ein Schreiben zu erhalten, wozu er eine Stellungnahme abgeben soll. Schon wieder! Das ist jetzt bereits die Stellungnahme zur Stellungnahme einer Stellungnahme. Klingt bescheuert? Ja, ist aber so! Ich rede ja bereits seit Dezember auf ihn ein, dass er mal einen Anwalt aufsuchen soll. Erst bekam er eine Abmahnung, mit solch bekloppten Begründungen, die keinem einzigen Arbeitsrecht standhalten würde und jetzt darf er eine Stellungnahme nach der anderen schreiben…. Warum er sich das noch antut? Aus zwei Gründen: Der erste und wichtigste für ihn: sein Kollege, der jetzt fast 1,5 Jahre krank war (die Firma hat auch ihn geschafft) ist seit drei Wochen wieder da, steigt ganz langsam wieder ein (Hamburger Modell) und er möchte ihn nicht hängen lassen und zum anderen hat der Betriebsrat ihm geraten, sich “normal” zu verhalten und “Dienst nach Plan” zu machen…

Für mich ist die Sache ganz klar: Sie wollen beide Handwerker auf einmal loswerden – können wollen sie aber nicht kündigen, denn das wäre für die Firma zu teuer (der Kollege meines Mannes arbeitet da bereits über 20 Jahre und bei meinem Mann sind es in diesem Jahr 17). Also versuchen sie es auf die ganz linke Tour…

Es gibt Menschen, die haben einfach kein Rückgrat

Nachdem die Oma sich auch erst unsicher war, ob sie so dicht bei uns wohnen möchte, hat sie sich schließlich doch für die Wohnung im Nachbarhaus entschieden bzw. ihr Interesse daran bekundet. Also hat mein Mann mit ihr zusammen alle Unterlagen zusammen gesucht: Selbstauskunft, Schufa, Einkommensnachweis, Versicherungen und was man da sonst noch so braucht. Dann hat er alles im Büro abgegeben und gewartet….. und gewartet… und gewartet…. nachgefragt (da hat man ihm eine andere Wohnung empfohlen, die nur 2 Zimmer (statt 2,5) hat, ca. 5 qm kleiner ist, ABER € 80,00 mehr kostet – er hat “Danke, Nein!” gesagt) und wieder gewartet…. nachgefragt… gewartet… bis gestern…

Gestern Morgen war mein Mann auf einer seiner Baustellen und sein großer Chef ist persönlich kontrollieren gekommen. Ich weiß gar nicht wie viel Chefs mein Mann eigentlich hat, aber das ist der Höchste bzw. einer der Höchsten, der der alles entscheidet (ob allein oder mit jemandem zusammen weiß ich allerdings nicht). Der ist dann wohl auf ihn zugegangen: “Herr XYZ?!” “Ja!?” “Hat Frau Soundso (Verwalterin) schon mit Ihnen gesprochen?” “Nein!?” Das war die ganze Unterhaltung. Mehr gab es nicht. Der Chef ist dann gegangen. Mein Mann hat natürlich gleich die Verwalterin angerufen und diese wusste gar nicht, womit sie mit meinem Mann denn sprechen sollte. Sie wusste natürlich von all den Unterlagen, sie landeten ja bereits auf ihrem Tisch, sie hat sie dann dem obersten Chef eingereicht, der hatte diese wieder an sie zurück gegeben, damit sie ihm die wieder gibt. Warum wusste sie selber nicht. Alles unklar und verwirrend? Ja, stimmt! Aber genauso war es! Also wie gesagt, wusste sie gestern nicht, worüber sie mit meinem Mann sprechen sollte. Es konnte ja nur um die Wohnung gehen, aber das sie keine Auskunft von ihrem Chef hatte, konnte sie meinem Mann auch nichts weitergeben.

Heute war mein Mann mit der Oma bei der Versicherung, um ihr Auto umzumelden (was alles an Bürokratie anfällt, nachdem ihr Lebensgefährte verstorben ist, ist doch auch nicht mehr normal). Als er wieder nach Hause kam, sagte er, er hätte gerade die Verwalterin auf dem Hausflur getroffen (bei der Arbeit heute Vormittag konnte sie ihm noch immer nichts sagen, weil sie noch immer keine Auskunft vom Chef hatte)… und ihn angesprochen. Ich ahnte es schon: es konnte nur um die Wohnung gehen… Und richtig, er sagte, sie hätte zu ihm gesagt, sie hätte keine gute Nachrichten für ihn – er bzw. die Oma würde die Zusage für die Wohnung nicht bekommen. Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Hätte der Chef meinem Mann das gestern nicht gleich persönlich ins Gesicht sagen können??? Was anderes als das, konnte er ja nicht gemeint haben. Aber nein, so “mutig” war er dann nicht. Es gibt Menschen, die haben eben einfach kein Rückgrat!

Bin ich gemein?

Diese Frage habe ich mir vorhin gestellt.

Mein Mann hat ja morgen Geburtstag und wartet auf einen Brief von seiner Firma (zum Geburtstag). Gestern sind wir zur gleichen Zeit zu Hause angekommen und er hat die Post aus dem Briefkasten genommen. Da war kein Brief von seiner Firma dabei und er war schon etwas enttäuscht. Ich habe ihm gesagt, dass heute ja auch noch ein Tag ist und dann kommt der Brief bestimmt. Als wir heute vom einkaufen nach Hause gekommen sind, war der ersehnte Brief wieder nicht in der Post und er war schwer enttäuscht. Mir hat es fast das Herz gebrochen, ihn so leiden zu sehen. Was er nicht weiß: Ich habe den Brief! Nachdem wir gestern gemeinsam zu Hause angekommen sind und nichts im Briefkasten war, bin ich mit der Kleinen noch mal einkaufen gegangen und als wir wieder nach Hause kamen, war der Brief schließlich doch im Kasten. (Ich denke jedenfalls, dass es der ersehnte Brief ist. Er ist an ihn adressiert, es steht kein Absender, aber: “Aber erst Sonntag öffnen!” drauf. Und ich denke, die Schrift habe ich schon mal auf einer Oster- und/oder Weihnachtskarte von seiner Firma gesehen.)

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Ich habe es ihm aber noch nicht gesagt; er wird ihn erst um Mitternacht bekommen. Ich denke, dann wird seine Freude um so größer… Aber als ich vorhin sein schwer enttäuschtes Gesicht gesehen habe, habe ich mich zwei Dinge gefragt: “Was ist so Tolles an oder in dem Brief?” und: “Bin ich gemein?”

Innerlich zerrissen…

… so fühle ich mich zur Zeit – aber so fühle ich mich ja öfter…

Auf der einen Seite steht da mein Job, um den ich ja zur Zeit bange…

Auf der anderen Seite steht meine Familie, die mir zur Zeit ein ultraschlechtes Gewissen macht. Nein, nicht mein Mann und meine Tochter; sondern meine Mama!

Mein Opa wird am 03.08.2015 92 Jahre alt, das ist ein Montag und er feiert auch an dem Tag. Wieso feiert es denn dieses Jahr mitten in der Woche? Sonst haben wir doch auch immer am Wochenende gefeiert… Er hätte gern die ganze Familie um sich, was ja auch verständlich ist. ABER: Das ist ein Montag! Meine Eltern (Mama, Papa, Papa2 und die Frau meines Papas) sind Rentner und haben daher natürlich auch unter der Woche Zeit, meine Tante (die zweite Tochter meines Opas) arbeitet für die Schulbehörde und da hier (Berlin & Brandenburg) bereits Ferien sind, hat sie so natürlich auch Zeit. Meine Schwester arbeitet im Hotelwesen, kann sich also ihre freien Tage auch aussuchen bzw. planen und hat somit auch Zeit. Meine Cousine arbeitet als Filialleiterin und kann sich ihre freien Tage auch so legen, wie sie sie braucht. Die können so natürlich alle kommen.

Meine Mama hat jetzt schon ein paar Mal bei uns angerufen und gemeint, wir sollten doch auch kommen, “Opa wäre sonst traurig” oder das nächste Mal: “Opa ist schon ein wenig enttäuscht!” und ein weiteres Mal: “Opa ist sehr enttäuscht und traurig!” Also ihr seht, sie wird nicht müde, uns ein schlechtes Gewissen einzureden. Wir haben ihr erklärt, warum das nicht geht, zum einen hat mein Mann keinen Urlaub mehr (bis auf seinen Jahresurlaub, der wahrscheinlich auch um zwei Tage gekürzt werden wird), weil er den immer genommen hat, als ich im Krankenhaus lag. Ich darf laut Ärztin nächste Woche endlich wieder arbeiten und hoffe so, meinen Job behalten zu können. Mein Mann hat ca. 16.00 Uhr Feierabend, wenn wir dann hier pünktlich wegkommen würden, würden wir uns mitten im Feierabendverkehr wiederfinden. Und nicht nur das! Berlin ist ja schon so eine einzige Baustelle, aber in den Sommerferien sind es noch ein paar Baustellen mehr. So würden wir frühestens gegen 18.00 Uhr da sein (meine Familie wohnt ca. 85 km weit weg), da müsste die Kleine Abendbrot essen und zwischen 19.00 und 20.00 Uhr (je nach Tag) geht sie dann auch ins Bett. Klar könnte man da mal eine Ausnahme machen, aber auch Dienstag müssen/dürfen wir wieder arbeiten. Da könnten wir also schon fast wieder los fahren, wenn wir gerade angekommen sind.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass ich mit der Kleinen allein fahre, wenn meine Ärztin mich noch mal drei Tage (drei Tage, weil ich am 05.08. wieder zur Kontrolle ins Krankenhaus muss) krank schreibt. Aber zum einen möchte ich endlich wieder arbeiten gehen und denke, es würde sich nicht so toll machen, wenn ich jetzt noch länger krank bin. Zum anderen darf ich ja (wegen des Auges) zur Zeit auch nicht Auto fahren (mal abgesehen davon, dass ich mit unserem “Schlachtschiff” sowieso nicht fahre, zum anderen ist es zur Zeit echt anstrengend mit der Kleinen stundenlang Bahn zu fahren (wir wären ca. 2 Stunden unterwegs).

Ich bin so zerrissen… Klar möchte ich, dass wir alle gemeinsam feiern! Klar möchte ich, dass mein Opa nicht traurig ist!!! Und wenn man sein Alter bedenkt, hat man da noch ganz andere traurige Gedanken im Kopf… Aber genau so klar ist, dass ich meinen Job behalten möchte und dafür kein schlechtes Gewissen haben bzw. mir einreden lassen möchte!!

Ich weiß genau, dass mein Opa zwar traurig ist bzw. sein wird, aber dass er auch versteht, warum es dieses Mal eben nicht geht… und er würde uns nie so ein schlechtes Gewissen machen, obwohl es ja um ihn und seinen Tag geht…

Mein Mann sagte, ich solle doch meinen Opa mal anrufen, ihm sagen, dass wir eben aus den und den Gründen nicht kommen können und ihn fragen, ob wir ihn nicht Sonntag (02.08) besuchen und zum Essen einladen können – nur wir vier… – vielleicht ist das eine gute Idee…

Das wird ja immer besser…

Ich habe mich ja schon über den  Zettel auf meiner Lohnabrechnung gefreut, weil es persönliche Worte waren, aber die Post vom Arbeitgeber meines Mannes toppte ja heute wohl alles.

Der Betrieb feiert dieses Jahr 90jähriges Bestehen und wollte sich bei seinen Arbeitnehmern bedanken, hier ein Auszug aus dem Brief:
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Also darüber würde sich doch wohl jeder Arbeitnehmer freuen. 🙂 Mein Mann konnte es erst gar nicht glauben und musste es mehrmals lesen 😀

Na, wenn das mal nicht nett ist…

Als ich heute nach Hause gekommen bin, hatten wir eine Paketkarte von Hermes im Briefkasten, ein Päckchen für meinen Mann, abgegeben bei Nachbarn… Ich habe mich zwar etwas gewundert, weil mein Mann mir normalerweise Bescheid sagt, wenn er ein Päckchen erwartet, aber gut… Ich meinte noch zu der Nachbarin: “Hm, wer weiß was mein Mann da wieder bestellt hat” und sie: “Ja, so sind die Männer” 😉 Ui, das war ganz schön schwer, kam aus Italien, trug die Aufschrift: “Mitternächtliche Spaghettata” und war als Geschenk deklariert…

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Der Knaller kam aber erst, als mein Mann nach Hause kam. Er wunderte sich nämlich genauso über das Paket wie ich; er hatte nämlich nichts bestellt. Hm, äußerst merkwürdig… Die Neugier war groß…

Den Deckel hat er gleich aufgemacht und zum Vorschein kam ein grünes Paket mit roter Schleife, beigefügt war eine Karte…

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Auf der Karte steht: “Sehr geehrter Herr…, zu Ihrem Betriebsjubiläum möchten wir uns mit diesen toskanischen Spezialitäten, bei Ihnen für die gute Zusammenarbeit bedanken. Mit den besten Grüßen Ihre…”

Also war es von seinem Arbeitgeber. Na, wenn das mal nicht nett ist… Wo gibt es denn so was heute noch? Falls ihr euch jetzt fragt, wie lange er jetzt in der Firma ist: Am 01.04.2015 sind es 15 (!!!) Jahre.

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Mit dem “richtigem” Auspacken hat er dann aber gewartet, bis die Kleine im Bett war. Natürlich möchte ich euch den Inhalt auch mitteilen:

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Es war eine Falsche Wein, eine Flasche Olivenöl, eine Packung Spaghetti und ein Glas Soße im Paket. Ich trinke ja kein Alkohol, aber bei allem anderen bin ich schon ganz gespannt auf den Geschmack…. 🙂