WARUM

Heute waren mal wieder ca. 30Grad in Berlin und da das Auto heute Nachmittag wegen des Steinschlags in die Werkstatt musste, waren wir heute nicht allzu flexibel. Die Kids haben sich gewünscht zu Freunden in den Garten zu fahren, da hätten sie mit ihren Freunden im selben Alter spielen und auch planschen können… Außerdem hätten wir dort bequem mit dem Bus hinfahren können… Also habe ich bei der Freundin nachgefragt und leider hatte die Familie heute keine Zeit – was meine Kinder natürlich sehr traurig stimmte…Umso bewusster wurde mir wieder, WARUM ich eigentlich das Business vom Handy aus gestartet habe… Ich möchte meine Familie glücklich sehen und ich möchte NICHT mehr, dass dieses Glück von ANDEREN Leuten abhängig ist! Meine Kinder haben keine sooo abgefahrenen Wünsche, was sie aber sehr wohl gerne hätten, wäre ein eigener Garten. Jetzt ist es so, dass mein Mann dieses Jahr sogar schon zwei Gärten angeboten bekommen hätte und das waren sogar welche, die keiner Kolonie angehörten (der persönliche Albtraum meines Mannes: ein Garten in einer Kolonie). Die Lage wäre auch perfekt gewesen, am See und in Berlin… Warum es nicht geklappt hat? Weil es da um einen Kaufpreis ging, für den wir nicht das nötige “Kleingeld” hatten… und genau deshalb werde ich mir weiterhin “die Finger wund tippen”, damit wir das nächste Mal flexibler sind, wenn es in ein oder zwei Jahren noch mal ein Angebot geben sollte…

Natürlich haben wir trotzdem noch das Beste aus dem Tag gemacht, wir waren u.a. erst auf dem Spielplatz und als wir auf das Auto gewartet haben auch noch  Eis essen. Die Scheibe ist auch wieder repariert und das sie nicht gewechselt werden musste, trägt die Versicherung die Kosten.

Motte war dennoch enttäuscht, dass sie heute “nichts Schönes”, “nichts in Familie” gemacht hat, z.b. “so was wie in Garten” oder “einen Ausflug” und auch wenn du als Mama weißt, dass du so.was nicht jeden Tag im Urlaub machen kannst, gibt es dem Mamaherz schon einen Stich… ich bin dann mal am Handy…

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Motte, nun wieder… :)

Heute waren wir mit unserer Fotografin (welche auch die Bauchfotos und die Newbornfotos von Murmel gemacht hat) verabredet, um neue Geschwister- und Familienfotos machen zu lassen. Sie ist einfach toll im Umgang mit Kindern, unsere mögen sie auf jeden Fall. Aber irgendwann hat auch das motivierteste Kind keine Lust mehr, weil es eben müde ist – so ging es auch Motte heute. Die Fotografin meinte dann zu ihr: “Kannst du bitte noch einmal richtig Lächeln, dann sind wir auch schon fertig.”  Motte ist eben ein Pausenclown, wenn sie keine Lust mehr hat oder guckt dann grimmig in die Kamera…. Die Fotografin hat sie super motiviert und ihr auch mal Fotos gezeigt, auf denen sie nicht perfekt lächelt… Warum ich das schreibe? Darauf komme ich am Ende des Beitrags….

Nachdem wir vom Termin zurück waren, sollten wir eigentlich die Mama von Motte`s bester KiTa-Freundin informieren, weil die Kids sich heute noch treffen wollten. Aber die Mama hatte mir bereits eine Nachricht geschrieben, dass sie heute nicht können, weil etwas dazwischen gekommen ist. Das kann immer mal vorkommen, aber Motte war natürlich traurig… Ich wollte noch in die Schloßstraße, um noch eine Kleinigkeit für den Papa zu besorgen. Also habe ich Motte gefragt, ob sie nicht Lust hat, mitzukommen, wir würden anschließend auch auf einen Spielplatz gehen… Sie kam also mit…

Zuerst waren wir bei Hussel, um Trüffelpralinen zu kaufen, die der Papa liebt. Beim Bezahlen haben wir drei dieser sauren Bonbons (“Gute Laune Bonbons”) bekommen. Kennt ihr die? Die sind so lecker und mit Brausepulver gefüllt. Also habe ich Motte einen gegeben und ihr gesagt, dass sie sauer gefüllt sind… Sie hat ihren gelutscht, wir sind weiter gegangen über die Ampel, ins nächste Shoppingcenter… das sagte sie zu mir: “Mama, jetzt kommt bei mir ei die Sauerei raus”  😀 Ist sie nicht die Schärfste?!

Wir waren dann natürlich wie versprochen auf dem Spielplatz, auf dem hinter der Schloßstraße. Motte hat zunächst die kleine Rutsche ausprobiert, aber die hatte für sie nicht genug Power. Am anderen Ende des Spielplatzes gibt es auch eine große Rutsche… Sie ist hoch geklettert, aber ganz oben ist so eine große Lücke, die sie mit ihrer Körpergröße noch nicht überbrücken kann…

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Dann ist sie erst mal Trampolin springen gegangen… beim letzten Besuch dort, habe ich nicht mal mitbekommen, dass es dort welche gibt.

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Murmel hat Buddelzeug im Sand entdeckt und nachdem ich die Mama des bestreffenden Kindes um Erlaubnis gebeten habe, durfte er damit auch buddeln. Motte setzte sich irgendwann dazu und buddelte mit. Etwas später haben wir beobachtet, wie ein größeres Mädchen die Rutschfläche der großen Rutsche raufkletterte – das macht Motte auf unserem Spielplatz auch immer… Also habe ich sie gefragt, ob sie es nicht hier auch versuchen möchte, sie solle aber erst das Mädchen rutschen lassen. Das machte Motte auch und versuchte die Rutsche hochzuklettern. Bis zur Hälfte kam sie auch und dann wurde es für sie zu steil. Ich saß mit Murmel noch immer im Sand und beobachtete die ganze Sache…. Das große Mädchen hat Motte gefragt, ob es ihr helfen solle und hat es auch ein paar Mal versucht, aber auch zusammen haben sie es nicht geschafft. ich bin zu ihnen hin gegangen, habe mich bei dem großen Mädchen bedankt und ihr gesagt, dass sie leider für die letzte Stufe zu klein ist und daher nicht auf “normalem Wege hoch klettern kann. Da sagte das Mädchen: “Ich kann sie hochziehen!” Okay, das ließ sich Motte nicht zwei mal dagegen und ist schnell wie der Wind wieder hoch geklettert… Ich traute der ganzen Sache nicht so ganz und stellte mich wortlos unten hinter Motte, falls es doch Probleme geben sollte… Aber das große Mädchen und Motte machten das gemeinsam einfach super! Seit dem waren sie zusammen auf dem Spielplatz unterwegs: auf der großen Rutsche, auf der kleinen Rutsche, auf den Schaukeln, auf der Netzschaukel, auf den Elefanten, auf der Wippe… und alles wieder von vorne. Die Prinzessin hat sich wirklich wohl gefühlt…. Irgendwann mussten wir aber gehen, natürlich wollte die Kleine nicht und noch ein, zwei Sachen ausprobieren… Sie durfte… und Murmel schäkerte neben uns mit Motte`s neuer Freundin. Irgendwann konnte ich Motte dann doch dazu bewegen zu gehen, allerdings mit dem Versprechen, wieder zu kommen, weil sie noch nicht alles ausprobiert hat…

Nach dem Spielplatz waren wir noch bei dm und Motte wollte den Korb tragen – also gut… ich packte ein, was ich wollte und sagte zu Motte, das wir jetzt zur Kasse gehen könnten: “Nein, Mama, ich will Papa doch hoch ne Überraschung besorgen.”  “Und an was hast du da gedacht, Süße?”  “An Kuwetschie!” Ah ja! Da bin ich ja mal gespannt, was der Papa morgen zu seinem Quetschie sagt… 😉 Dann konnten wir doch zur Kasse. Ich: “Motte, soll ich nicht lieber den Korb tragen, Süße?”  “Nein, Mama, ich will dir doch helfen! Weil du doch schon den Murmel hast!” Sie ist so süß! ❤ Sie durfte dann mit einem Payback-Gutschein bezahlen und hat € 0,80 wieder bekommen, die sie gerne behalten wollte. Sie durfte und ich würde sagen, dass sie heute ihr erstes Geld verdient hat 😉 – mit 4 Jahren 😉

Heute Abend im Bett: “Mama, heute war kein schöner Tag!”  “Warum denn nicht, Süße?” “Die Fotografin hat gesagt, dass mein Lächeln fast nicht schön ist!” 😥  “Och, Motte! SO hat sie das doch gar nicht gesagt!”  (Ganz im Gegenteil: Sie hat beide Kinder immer wieder gelobt) Das habe ich der Kleinen dann auch erklärt… und dann schob sie hinterher: “Aber die zweite Hälfte vom Tag war toll, Mama!” Na also!

Sie hat wohl noch immer Verlustängste

Heute Morgen begann der Tag damit, dass Motte sich ihr Pilzkleidchen ausgesucht hat und mit ihrer “gnädigen Erlaubnis” 😉 “durfte” ich Murmel die Krümelmonstersachen anziehen.

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Dann ging es zur Physiotherapie, anschließend für Motte in die KiTa und für Murmel zum PEKiP. Heute wurde dort mit Eiswürfeln gespielt, aber das war nicht so Murmel`s Ding, er fand die Murmelbahn spannender….

Nach dem PEKiP bin ich mit Murmel eine Fahrkarte kaufen gewesen, da ich vor habe, Morgen mit den Kindern per Zug zu meiner Familie zu fahren… Motte wollte Mittagskind sein, also holten wir sie dann auch schon von der KiTa ab. Zu Hause wurde wieder viel mit den Bausteinen gebaut bis der Papa nach Hause kam…

Als es ums Schlafen ging, fing die Katastrophe an. Motte weiß ja, dass wir morgen zu ihrem Cousin fahren wollen, da er Geburtstag hat und sie freut sich auch schon riesig drauf. Was ihr heute Abend aber zwei Stunden lang zu schaffen machte, ist, dass wir morgen ohne Papa bei meiner Familie schlafen soll. Ich weiß nicht, wie viel von dem raus kam, nur weil ich gesagt habe: “Jetzt ist aber Zeit zum schlafen, leg dich bitte hin” und wie viel von dem echte Angst war. Sie weinte herzzerreißend; so richtig doll und ließ sich nur schwer beruhigen. Mein Mann meinte: “Du und deine “tollen” Ideen immer!” und war sauer auf mich. (Ich wollte eigentlich zwei Nächte mit den Kids bei meiner Familie schlafen (da am Samstag ohnehin Familienfeier ist und er dann mit Auto hin kommt), er wollte, dass wir keine dort schlafen, also habe ich ihm den Kompromiss von einer Nacht gemacht) Der Papa sprach eine Stunde mit ihr und ich habe dann eine Stunde lang mit ihr gekuschelt und wir haben von der Zugfahrt gesprochen, auf die sich wirklich schon freut… Schließlich ist sie eingeschlafen…. Ich bin gespannt, wie das Morgen wird… Aber auch hier merkt man mal wieder, dass sie immer noch Verlustängste hat, dadurch, dass man sie nicht zu mir ins Krankenhaus gelassen hat. Und das ist jetzt schon wieder zwei Jahre her.

Über so was sollten sich vierjährige einfach keinen Kopf machen…

Als ich die Kleine heute von der KiTa abgeholt habe, hat sie ich (wie fast jeden Tag gefragt), ob wir noch auf den Spielplatz gehen können. Heute war es zwar ach wieder richtig kalt durch den Wind, aber da sie nur ein paar Mal rutschen wollte, habe ich zugestimmt. Wir wollten eine Stunde auf den Spielplatz gehen und dann den Papa von der Arbeit abholen…

Auf dem Spielplatz angekommen , wollte sie auf die große Rutsche klettern, hielt aber mittendrin an und sagte: “Mama, weißt du was Romy heute zu mir gesagt hat?” “Nein, mein Schatz! Was denn?” “Dass ich eines Tages sterben muss” *Bäm!* Da war er wieder, der Schlag in die Magengrube. Wieso unterhalten sich Kinder über so was? “Warum hat sie das denn zu dir gesagt?” “Weiß ich nicht” “Paula hat auch gesagt, dass ich eines Tages sterben muss” Hm, was machst du da als Mama? Sollte ich mit ihr darüber reden? Sie ist sowieso schon so sensibel und belastet mit dem Thema…. Sie kletterte halb hoch und sagte dann: “Aber ich muss nicht eines Tage sterben, oder Mama?!” Ich möchte mein Kind einfach nicht anlügen. Also habe ich sie gebeten, runter zu kommen und sich zu mir zu setzen. Wir haben uns auf die Schaukeln gesetzt und ich habe ihr gesagt, dass  jeder Mensch eines Tages sterben muss auch sie, aber dann wäre sie schon sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr alt. Da müsse und solle sie sich mit ihren vier Jahren jetzt noch nicht mit beschäftigen. Sie halb weinerlich, halb wütend: “Ich will aber nicht sterben!” Führte ich diese Unterhaltung wirklich gerade mit meiner VIERjährigen Tochter??? Was sagt man da? Mir ist nichts besseres eingefallen, als zu sagen: “Wer weiß, wie weit die Technik dann ist, vielleicht musst du dann nicht sterben…” Es ist so furchtbar mit der eigenen Tochter über ihren möglichen Tod zu sprechen. 😥  Dann ist sie wieder klettern und rutschen gegangen. Aber mein kleines sensibles Mädchen hat das noch arg beschäftigt. Erst hat sie das dem Papa erzählt, als er nach Hause kam und heute Abend/Nacht ist sie auch aufgewacht und zu uns ins Wohnzimmer gekommen. Sie wollte aber nicht drüber reden, warum… wir haben uns unseren Teil gedacht…

Wie kommen sie nur auf so ein Thema? Über so was sollten sich vierjährige einfach keinen Kopf machen….

Das bilde ich mir doch nicht ein

Heute wollten Motte und ich mal wieder mit meiner Mama skypen und diese war auch sofort dabei und hat sich sehr gefreut. Also saß ich mit Motte und Murmel auf dem Schoß vor dem PC und wir haben geskypt. Auch mein Neffe war mal wieder bei meiner Mama, so dass Motte zu ihrer Freude auch mit ihm skypen konnte. Wir unterhielten uns eine ganze Weile, bis Motte nach ihrem Opa fragte. Die Oma sagte, er wäre in der Stube, aber mein Neffe könne ihn ja mal fragen, ob er kommen möchte. Er kam auch, zeigte uns aber nur seinen Bach. Da meinte Motte: “Opa,beug dich doch ma runter!” Nach ewig langem Bitten machte er das auch, aber stellte sich absichtlich so, dass man nur die Hälfte seines Gesichtes sehen konnte. Was sollte das denn bitte? Meine Ma fand das wohl genau so merkwürdig und drehte den PC so, dass die Kamera das ganze Gesicht erfasste. Da war er sauer und stürmte aus dem Zimmer. Was soll der Blödsinn? Also ich bilde mir das doch nicht ein, dass er kein Interesse an meinen Kindern hat. Mein Neffe wohnt da praktisch und mit meinen Kindern schafft er es nicht mal ordentlich zu skypen? Ich finde das sehr traurig! Selbst meine Ma meinte, dann bräuchte er sich das nächste Mal aber gar nicht wundern, dass Motte Berührungsängste ihm gegenüber hat.

Ich soll ne Glucke sein??? Geht`s noch?!?!

Ich muss mal wieder ausholen: Wie ihr ja wisst, möchte meine Schwester mit meinem Neffen nicht unter der Woche zum Geburtstag meiner Tochter kommen, da sie arbeiten muss. Bis dahin kann ich das verstehen. /wenn ich auch ihre Begründung nicht nachvollziehen kann. Sie meinte, dass mein Neffe eher mit Motte spielen würde, wenn nur er da ist und kein anderes Kind – das finde ich irgendwie ziemlich egoistisch – aber was soll`s…) Motte hatte ich auch schon erklärt, dass ihr geliebter Cousin erst am Wochenende zur Erwachsenenparty kommen wird. Sie war unendlich traurig, aber hat sich wohl damit abgefunden. Als wir das letzte Mal bei meiner Familie waren, habe ich mit meiner Schwester noch mal darüber geredet und sie hat IN MOTTES BEISEIN gesagt, sie überlegt es sich noch mal. Ich hatte meine Schwester auch gefragt, ob der Kleine denn nicht vielleicht mit Oma und Opa kommen könnte…

Vor ein paar Tagen hat mir meine Schwester jetzt per Mail mitgeteilt, dass sie erst am Wochenende kommen wird. Heute habe ich dann meine Ma angerufen, um zu fragen, ob sie denn mit meinem Neffen unter der Woche kommen würden. Sie sagt “Nein!” Schon als wir da waren und ich auch sie gefragt habe, da hat sie gesagt, dass sie ja an dem Tag Sport hätte und daher nicht kommen könne. Da habe ich ihr schon gesagt, dass das ja wohl nicht ihr Ernst sein könne: dass der Sport ihr wichtiger ist, als mein Kind. Heute haben wir uns am Telefon so richtig gefetzt. Diese Begründungen, warum das nicht geht, sind so was von bescheu….!!! Sie können nicht unter der Woche kommen, weil sie dann durch Berlin durchfahren müssten (Ja, man fährt am Anfang von Berlin auf die Stadtautobahn und bei uns wieder runter, zwei mal abbiegen und man ist vor unserer Haustür – man muss also NICHT durch den Berliner Stadtverkehr!) Ich könne mir aussuchen, ob sie am Dienstag mit meinem Neffen oder am Sonntag mit meinem Opa (also Mottes Uropa) kommen würden. (Geht`s noch? Die sind Rentner, sie könnten also ohne Probleme an beiden Tagen kommen, umgekehrt wird das von uns ja auch erwartet) Motte hätte ja viel mehr davon, wenn ihr Cousin am Wochenende kommen würde, sie hätte ja genug andere Freunde an ihrem Geburtstag da. (Ja, nee, is klar! Umgekehrt wird wohl eher ein Schuh draus, meine Schwester will, dass der Kleine, Motte für sich alleine hat. Außerdem durfte sie so viele Kinder einladen, wie alt sie wird und nur mit ihm sind es nun mal vier). Ich müsste es Motte doch nur vernünftig erklären (DAS HATTE ICH BEREITS!!!!) und ich würde ihr einreden, dass sie darüber traurig sein soll (Geht`s noch? Ich rede ihr überhaupt nie was ein und schon gar nicht, dass sie traurig zu sein hat. Ich möchte mein Kind nicht so traurig sehen – es ist jetzt aber schon das dritte Jahr, in dem sie geliebte Menschen an ihrem Geburtstag versetzen. Beim zweiten Geburtstag stand sie hier und hat bei jedem Klingeln gefragt, ob das jetzt ihr bester Freund Levi ist und das obwohl ich ihr vorher erklärt habe, dass dieser nicht kommen wird. Beim dritten Geburtstag ist mein Papa aufgrund einer Erkrankung samt seiner Frau nicht dagewesen. An ihrem Geburtstag hat Motte dazu nichts gesagt, aber kurz danach war sie so traurig und unglücklich darüber. Und dieses Jahr? An ihrem viertem Geburtstag: Nachdem ich ihr erzählt hatte, dass ihr Cousin nicht kommen kann, hat mir die Schwiegermutter erzählt, dass Motte ihr tieftraurig davon erzählt hat und das mehr als einmal.

So nun zurück zum eigentlichem Thema: ich sagte meiner Ma also am Telefon, dass Motte traurig ist – schon wieder und sie sie eben nicht so gut kennt wie ich. Da sagte sie doch tatsächlich zu mir, dass könne sie ja auch nicht, weil ich wie so ne Glucke bin. Was? Wer? Ich??? Geht`s noch??? Das hätte man ja in Linstow gesehen, kaum war das Kind außer Sichtweise hätte ich sofort nach ihr geschrien. Ich??? nach ihr??? Waren wir im selben Urlaub? Ich habe die Kleine ganz allein mit Oma und Opa Drachen steigen gehen lassen. Als wir in der  Schwimmhalle waren, habe ich sie allein mit Oma im großen Becken gelassen, während ich mit Murmel im Whirlpool war, also sogar außer Sichtweite. Ich habe sie allein mit meinem Bruder rutschen lassen und nach dem Abendbrot habe ich sie allein mit Opa und/oder Oma gehen lassen, weil diese immer wollten, dass die Kinder auf diesen Wackelfahrzeugen fahren. Natürlich war das zwischen Motte, dem Papa und mir vorher abgesprochen, weil ich einfach finde, dass auch ihre Meinung wichtig ist. Wenn sie lieber bei Papa bleiben wollte oder mit Mama essen gehen holen wollte, dann war das auch okay und wurde gemacht. Hier (in Berlin) darf sie auch oft alleine zu Oma (natürlich wird sie gebracht, auch wenn Oma “nur” um die Ecke wohnt, aber bei Oma ist sie ab und zu auch ohne Mama und Papa) – und das schon seit sie zwei Jahre alt ist! Bin ich ne Glucke? Nein! Bin ich für sie da, wenn sie nach mir verlangt? Natürlich! Sofort! Ist sie manchmal sehr anhänglich? Ja, aber das hat immer einen Grund! An dem Tag, an dem sie untergegangen ist, brauchte sie natürlich die Nähe von Mama und Papa etwas mehr, das ist ja wohl normal. Habe ich eine enge Bindung zu meinem Kind? Ja! Aber auch das finde ich natürlich und normal! Lasse/n ich/wir sie allein bei Oma und Opa schlafen? Nein, denn diese wohnen 80 km weit weg von uns und da kann man nicht mal eben das Kind mitten in der Nacht abholen, wenn sie nach Mama und Papa weint. Und meine Ma hat mir letztes Jahr noch einen Zeitungsartikel in die Hand gedrückt, in dem es darum ging, dass Kinder doch auch mal bei den Großeltern übernachten können. Scheinbar hat sie aber nur die Überschrift gelesen, denn in dem Artikel stand drin, dass der Zeitpunkt vom Kind abhängig ist und bei sensiblen Kindern (zu denen Motte nun mal gehört) sollte erst ab 4 Jahren darüber nachgedacht werden. Mal abgesehen davon möchte sie noch nicht mal bei Oma um die Ecke schlafen. Meine Ma hat das Gegenbeispiel ja praktisch bei sich wohnen bzw. sogar zwei Gegenbeispiele. Das erste ist mein Bruder, der nicht nur wieder zu den Eltern zurück gezogen ist, sondern auch eine Etage tiefer (oben hat er sein (mein altes) Reich) neben das Elternschlafzimmer – mit 27 lässt er sich also noch immer von vorne bis hinten bedienen, aber das geht mich nichts an. Und das zweite Beispiel ist mein Neffe. Da meine Schwester im selben Haus wie meine Eltern wohnt (aber in einer eigenen Wohnung) ist es natürlich einfach, den Kleinen mal eben da abzugeben und auszugehen, zum Sport zu gehen oder andere Sachen ohne Kind zu machen und natürlich übernachtet der Kleine da auch oft (so oft, dass mein Bruder das letzte Mal schon gesagt hat, er hätte gern mal wieder ein Wochenende für sich). Mein Neffe ist es also gewöhnt, bei Oma und Opa zu übernachten, das kann man doch mit Motte überhaupt nicht vergleichen! Er hat halt auch Oma und Opa (und meinen Bruder) neben seiner Mama als engste Bezugspersonen, aber für Motte sind es nun mal Mama und Papa.

Ich finde, wir machen alles richtig. Auch wenn sie erst 3 bzw. fast 4 Jahre alt ist, so ist doch ihre Meinung wichtig! Und daher wird sie gefragt, ob es für sie in Ordnung ist, dies oder jenes mit Oma oder Opa zu tun. Haben wir mit der Abnabelung schon begonnen? Natürlich, aber nur soweit wie es dem Alter entsprechend angemessen ist. Sie darf mit ihrer Freundin und deren Mama (ohne mich) auf den Spielplatz und/oder auch allein für ein paar Stunden bei Oma bleiben, aber nur, wenn sie das auch möchte. Haben wir noch viel Abnabelung vor uns? Na klar! Und das ist auch gut so! Sie hat noch Zeit. Ich möchte sie zu einem eigenständigem, selbstbewussten Menschen erziehen und sie irgendwann (bis dahin ist noch viiiiiiieeeeellll Zeit) guten Gewissens ins Leben entlassen. Bin ich deswegen ne Glucke? Ich sage: “NEIN!”

einfach die Wurst geklaut

Die Kleine nimmt jetzt ab und zu eine Minisalami zum KiTa-Frühstück mit und so auch heute. Abends erzählte sie uns, dass ihr ein Junge heute ihre Wurst beim Frühstück geklaut hätte. Ich habe sie gefragt, ob sie es jemanden gesagt hat und sie meinte, sie hätte das der Erzieherin gesagt. Also habe ich sie gefragt, ob sie ihre Wurst dann wieder bekommen hat. Sie sagte, nein, der Junge hätte sie schon aufgegessen. Also habe ich ihr gesagt, dann soll sie sich morgen einfach neben jemand anderen beim Frühstück setzen. Und was sagt sie? Der Junge hat auch heute nicht neben ihr gesessen…